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 Maik`s Reiseerlebnisse

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magic_maik2179


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BeitragThema: Maik`s Reiseerlebnisse   Fr 10 Nov - 7:47

Mittlerweile hatte ich 5 Touren für die neue Firma, bei der ich angefangen hatte, runtergerissen. Im Bewerbungsgespräch sagte man mir klar und deutlich, dass ich erstmal im Nahverkehr, also innerhalb Deutschlands anfangen würde. Nun, so konnte ich abends wenigstens bei meiner Familie sein, sofern ich denn in der Nähe war.

Dieses Fahrzeug wurde mir also zugewiesen als fester Fahrer. Nun ja... ich als Schalker war natürlich schon von der Lackierung des Fahrzeuges begeistert. Am besten aber gefiel mir, dass ich das Innenleben selbst gestalten durfte. Also kam zuerst mal mein SCHALKE-Schild auf die Beifahrerseite.



Es war Freitag morgen und ich hatte den Truck an der Werkstatt abgestellt gehabt. Er wies nach meiner letzten Tour die ein oder andere Delle auf. Wer baut aber auch bitte Strassenlaternen so blöd, dass man dagegenfährt, wenn man nur etwas die Kontrolle verliert? Wie auch immer, Freitag morgen war mein Truck wieder wie neu und als ich aus der Strassenbahn stieg, war ich heilfroh, dass meine bessere Hälfte an den Regenschirm gedacht hatte.

Ich versuchte, die Dispo zu erreichen...... nun ja.... morgens um 6 kam dann nur: "Sie rufen ausserhalb unserer Geschäftszeiten an. Diese sind Montags bis Donnerstags von 10 - 12 Uhr und Freitags von 12-13 Uhr! Vielen Dank."

Nun ja..... dann guckte ich eben mal selbst, was es so gab und ich entschied mich, in die für einen Schalkefan scheußlichste Stadt der Welt zu fahren. Was tut man nicht alles für die Firma!

Eigentlich hätte ich ja gern meine Papiere gehabt, aber trotz mehrmaligem Hupen und lautem Rufen kam keine Reaktion. Na tolle Kacke...... auch das noch.... ein fauler, polnischer Hilfspförtner, der für 3 Euro die Stunde arbeitete oder was? Das hat mir gerade noch gefehlt. Dann hoffentlich auf dem Rückweg. Ich fuhr also los, um meine Fracht abzuholen. Baumrinde bei dem Wetter? Naja... soll ja im Endeffekt nicht mein Problem sein, ob das als Stückchen ankommt oder als Klumpen, der nicht mehr zu definieren ist.



Mittlerweile war auch der Hilfspförtner aus seinem Schlaf erwacht, schlurfte raus und murmelte irgendwas von "Tschuldigung" und drückte mir die Papiere in die Hand. Zumindest das, was davon noch übrig war. Sie waren handschriftlich ausgefüllt und sahen aus, als wäre eine Horde Wildschweine drüber getrampelt und durch den Regen waren sie total aufgeweicht und die Tinte verlaufen. Der Trottel hatte vergessen, sie in eine Mappe zu tun. EINMAL mit Profis, sage ich da nur.



Nach einer längeren Diskussion, mehreren polnischen und deutschen Schimpfwörtern, auf die ich hier aus Anstand nicht weiter eingehen will und der Drohung, dass er seinen Job verliert, wenn ich gleich die Geduld verlier, hatte er die Güte, mir neue Papiere auszustellen. Diesmal waren sie sogar in einer Mappe drin und mit dem PC geschrieben. Wow, ich war begeistert.

Also machte ich mich auf in die verbotene Stadt. Ich hatte es geahnt..... ich habe meinen Kaffee zu Hause vergessen. Nun ja.... so ging ich an die Tankstelle, wo aber niemand im Shop war. Der Kollege, den ich da traf, war äußerst hilfsbereit und erklärte mir, dass man den Kaffee nur noch am Automaten hinter dem ehemaligen Shop bekäme. Alles wird so langsam automatisiert, hab ich das Gefühl.



Wie auch immer... es gab da auch ein paar "Snacks" in Form von belegten Brötchen, die als solche nicht zu erkennen waren und der Kaffee war auch nicht das Gelbe vom Ei. Das Spülwasser meiner Frau schmeckt deutlich besser, glaube ich ja fast. Der Becher und das Brötchen flogen hochkant aus dem LKW, bevor ich mir da noch irgendwelche Haustierchen holen würde. Ich beschloss, dass ich mein Glück am nächsten größeren Rastplatz noch mal versuchen würde.

Der nächste Rastplatz war also etwas größer und ich hatte mich über Funk mit zwei anderen Truckern zum gemeinsamen Frühstück verabredet. Deutlich besser wie die Plörre aus dem Automaten war der Kaffee hier. Auch das reichhaltige Frühstück liess meine Hose fast platzen.



Gut gesättigt ging es also weiter in Richtung der Stadt, deren Namen ich nicht aussprechen darf. Das ist wie bei Harry Potter mit dem dunklen Lord. Das Böse ist überall und schwarz-gelb!!! Die Strassen waren recht leer, von daher kam ich gut voran.



Angekommen dort in dieser Stadt, brachte ich zuerst mal meine Fracht weg. Als die Fracht stand und abgekoppelt war, konnte ich mich also nun den schönen Dingen des Lebens widmen, wie beispielsweise einer Currywurst mit Pommes.



In der Innenstadt angekommen und den LKW abgestellt an der Werkstatt, ging ich also zu der Wurstbude gegenüber, um mir eine Currywurst mit Pommes zu bestellen. Darauf hatte ich mich schon die ganze Tour gefreut.



Freundlich, wie die in dieser Stadt nun mal sind, sagte er mir mit seinem Trikot von den schwarz-gelben, auf meinen Truck deutend: "Hömma.... nich mit die Farben und nich mit dat Schild da drin!" Ich drehte mich kurz um und da ich auch eine Weile im Pott gelebt habe, erwiderte ich mindestens genau so freundlich: "Hömma.... wenn du nich willst, dat ich deine Eier von hier bis anne Veltinsarena schleife und deine Bude aussieht wie ein frischgeficktes Eichhörnchen, dann gibsu mir auf die Stelle ne Currywurst mit Pommes, sonst gibt dat Kirmes am Föttgen, hamma uns verstanden?" Etwas perplex über meine Antwort und wohl doch Angst habend um seine Kronjuwelen gab er mir mein Essen und sogar noch das Getränk gratis dazu.

Als ich frisch gestärkt wieder zu meinem Truck kam, war dieser mit Eiern beworfen und so ein paar Rotzbengel standen lachend davor. Da ich nun mal zwei kräftige Hände habe, packte ich je einen im Genick von denen zwei und fragte, ob sie noch alle Nadeln an der Tanne hätten, meinen Truck mit Eiern zu bewerfen. Sie sagten: "Hassu doch nich anners verdient, scheiss Schalker!" Ich bat die beiden doch höflich, aber bestimmt, meinen Truck zu säubern. Als sie meinten, dass sie das nicht machen würden, leistete ich etwas Nachhilfe in Überzeugungsarbeit.



Ich weiss nicht, woran es gelegen hat, aber hinterher war mein Truck sauberer als vorher, sogar der Aschenbecher war wie neu. Warten wir also auf das, was da kommt an Touren.


Immer eine Handvoll Asphalt unter den Rädern und nur nicht kleben bleiben! Trucking
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